Bis jetzt läuft nur die Nase

Essen auf dem Nachtbasar in Chiangrai Rai: Authentisch, entspannt, lecker.

Essen auf dem Nachtbasar in Chiangrai Rai: Authentisch, entspannt, lecker.

Ich bin sauer auf Jet Airways. Die indische Mittelklasse-Fluggesellschaft hat meine Gesundheit auf dem Gewissen. Während der sieben Stunden Flugzeit zum Zwischenstopp Bombay war es in der Kabine so fürchterlich kalt, wie ich es noch nie erlebt habe. Ein dicker Pulli und zwei Decken haben nicht ausgereicht. Ich war chancenlos. Schon im Landeanflug lief meine Nase. Die trockene Luft an Bord und ein paar hustende Inder dürften mir dann den Rest gegeben haben. Jedenfalls laboriere ich seitdem mit einer Erkältung herum. Ausgerechnet jetzt!

In Bangkok hatte ich zwei unruhige Nächte, in denen ich nicht wusste, ob die Klimaanlage im Hotel mich rettet oder umbringt. Am gestrigen Samstag bin ich dann nach Chiang Rai weiter geflogen. Wer schonmal mit verstopfter Nase gelandet ist, kennt die Schmerzen vielleicht, die entstehen können, wenn der Druckausgleich nicht klappt. Meine Ohren sind jetzt noch zu. Nur den Jetlag habe ich hinter mir. Und einen ersten, schönen Abend in dieser Provinzstadt.

Tagsüber ist es hier mindestens so heiß wie im Rest des Landes, momentan also 37 Grad. Nachts wird es dafür angenehm kühl – aber alles noch T-Shirt-tauglich. Von meiner kleinen Pension aus, die ruhig aber zentral liegt, bin ich am Abend über die Märkte geschlendert. Der allnächtliche „Nightbazar“ ist auch für die Einheimischen ein Treffpunkt. Mittendrin, rund um einen großen Platz voller Klapptische und Stühle, reihen sich winzige Garküchen. Dort sitzen, essen und plaudern hunderte Menschen, auf einer Bühne bieten dazu Gitarrenspieler, Sänger und Tänzer ein wechselndes Programm. Eine herrliche, friedliche Atmosphäre – und das quasi kostenlos, denn selbst die Köstlichkeiten ringsum gibt es für ein paar Cent bis zu zwei Euro. Überhaupt ist hier alles lächerlich billig.

Abgesehen vom Tee. Jedenfalls jener der mir bisher begegnet ist. In meiner Nachbarschaft betreibt eine der größeren Teeplantagen einen eigenen Laden, bietet ein beachtliches Sortiment eigener Produkte an, westlich-schick verpackt, samt englischer Beschreibungen und EU-Biosiegel. Natürlich ist das dann teuer. Die nutzen eben schon die große Spanne der Direktvermarktung und den Touristenaufschlag aus. Zu Vergleichszwecken habe ich trotzdem eine Dose Matcha mitgenommen, zu einem Kurs, bei dem mir selbst ein Drittel noch zu viel als Einkaufspreis wäre. Zum Glück habe ich von meinem thailändischen Helferlein bereits ein paar Preise recherchieren lassen, die mehr Hoffnung machen. Fraglich ist da noch, ob die Qualität für den europäischen Markt ausreicht, ob vielleicht auch Bio drin ist, wo es mangels Lizenz gar nicht draufsteht. Das wird sich zeigen.

Zwischen Café und Bussteig passt immer noch ein Essstand. In diesem Falll mit Popcorn. Es gibt aber auch solche mit panierten, frittierten Insekten.

Zwischen Café und Bussteig passt immer noch ein Essstand. In diesem Falll mit Popcorn. Es gibt aber auch solche mit panierten, frittierten Insekten.

Jetzt muss ich erstmal noch gesünder werden, damit ich ab morgen die Sonne ertragen kann. Der berühmte weiße Tempel, den ich unbedingt sehen wollte, für den aber lange Hosen Pflicht sind, fiel heute schon aus. Dafür hat die Kraft nicht gereicht. Jetzt ist hier später Nachmittag, die Sonne ist im Dunst verschwunden und die Stadt erwacht langsam aus der Hitzestarre. Ich sitze in einem Café am Busbahnhof, schaue mir das Treiben an und freue mich auf auf ein frühes Abendessen, sobald der Nachtbasar wieder öffnet.

1 Comment

  1. Claudia Opitz

    20. März 2016 at 23:05

    Lieber Erik,
    für heute nur ganz kurz…
    wegen deiner Erkältung…
    du bist in dem Land , wo du wunderbar INGWER in FRISCHER Qualität bekommst… mit Zitrone und warmen Wasser sehr hilfreich bei Erkältung… und ach ja…. TIGERBALSAM …
    und…
    kauf dir doch…
    In Indien heissen sie Lungi und in Thailand Sarong ??? Das „Tuch“ wiegt ja nicht viel und du kannst es dir schnell umwickeln, wenn du in einen Tempel gehst… Das hat mein Sohn auf Bali auch gemacht und wurde dort absolut anerkannt, statt der der langen Hose…

    Ich hoffe sehr, dass kam ALLES …NICHT zu „Mama-haft“ rüber…
    Es ist der Rat einer DICH sehr schätzenden !!! Freundin…
    Herzlichste Grüsse
    deine Claudia

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